Samstag, 22. Juli 2017

Mit dem Schluff ins Grüne


Was, so werden sich einige von Euch fragen, macht man, wenn die Order lautet:
Ruhe halten bis der Gips abgenommen wird, danach langsam das Laufen wieder aufnehmen und dabei Positives erleben.

Solange ich nur liegen musste, habe ich als Vorbereitung auf meinen aktiven Erholzeitraum die Informationen des Verkehrsvereins Niederrhein sehr gründlich studiert.
Was kann man so in der näheren Umgebung erleben? Was kann ich erleben, wenn ich langsam wieder beweglich werde?
Mein Blick fiel auf eine Anzeige in der die "Crefelder Eisenbahn" Werbung für eine Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn Krefelds, dem "Schluff", machte. Neugierig schaute ich auf der Seite nach
und erhielt auf all meine Fragen und Überlegungen eine deutliche Antwort.

Positive Dinge erleben!
Genau, das war doch die Aufgabe. Also auf nach St. Tönis bei Krefeld, wo meine historische Eisenbahnfahrt beginnen sollte.

 

Gleich hinter der "Gaststätte zum Schluff" lagen die Gleise, die man barrierefrei erreichen konnte. Und schon erblickten wir die alten Coupes. 


Jawohl, hier waren wir richtig. "Crefelder Eisenbahn" stand in geschwungenen Buchstaben auf jedem Wagon. 
Aber noch konnten wir keine Zugmaschine ausmachen.

 

Wie aufs Stichwort zischte und fauchte die Dampflok heran und wurde vor aller Augen angekoppelt.


Ein prüfender Blick des Maschinisten auf die Anzeigen für Druck und Wassertank. "Bitte einsteigen!" rief er, "Wir fahren in wenigen Minuten in Richtung Krefeld-Hülser Berg los".

 

Wir machten es uns in dem wundervoll altmodischen Coupe bequem und wenige Augenblicke später zuckelte der Zug gemütlich los. Zeit, das Interieur zu betrachten und die vielen kleinen Details der liebevoll restaurierten Einrichtung zu genießen.

Lautes Tuten begleitete die Fahrt zwischen den Häusern Krefelds hindurch. An den Bahnübergängen schauten uns die Menschen mit einem Lächeln hinterher. Die meisten winkten uns fröhlich zu, Kinder staunten mit offenen Mündern und hörten den Erklärungen der Mütter und Väter aufmerksam zu.
Auch im Coupe selbst herrschte frohes Treiben. Irgendjemand hatte den Speisewagen entdeckt und erzählte, dass es Kaffee und Kuchen gäbe.

 

Wenig später fuhr der Zug zischend und tutend im Bahnhof "Krefeld Nord" ein. Einige der Fahrgäste stiegen hier aus, um das frisch renovierte Bahnhofsgebäude und die Bahnsteige aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zu bewundern. Andere zog es in das bekannten Bahnhofrestaurant "Krefeld Nord".

Wir aber blieben im Zug. Wir wollten weiter, bis zur Endstation "Hülser Berg", die mit 63 Metern höchste natürliche Erhebung Krefelds, inmitten des Niederrheinischen Höhenzuges und eines wunderschönen Waldgebietes mit vielen Spazierwegen, bis hinauf zur Aussichtsplattform. Hier kann man bis in die Niederlande und das Ruhrgebiet schauen.


Aber das war leider noch nichts für mich. Wir blieben zurück auf dem "Bahnsteig" und sahen dem Spektakel des Abkoppelns und Rangierens der Dampflok zu.

 

Gleich würde sie uns zurück nach St. Tönis bringen.


Es war wirklich ein positives Erlebnis. Also die Anordnung meines lieben Docs absolut befolgt. Interessant, verträumt, bestimmt nicht alltäglich und absolut inspirierend.
Machte Lust auf mehr, machte Lust auf einen weiteren Ausflug.

Aber zuerst hatte ich Hunger.
So richtig schön altmodisch: Kartoffelsalat mit Würstchen. Ja, das durfte es jetzt sein!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Blaubeeren-Herzküchlein


Es gibt Dinge, die dauern dann doch etwas länger ...
... und erfordern sogar, dass man die heimische Szene verlässt, sich an anderen Orten umschaut und mit ganz neuem Schwung zurückkehrt, sich also so eine Art Genesungsurlaub gönnt.

 

Nun aber haben mich meine Küche und mein Atelier wieder.
Zeit ,seine Lieben und auch sich selbst mit Mini-Küchlein zu verwöhnen. Wie wäre es den heute mit Blaubeeren-Herzküchlein?

Wieso Blaubeeren?
Nun, meine Sträucher sind voller süßer und verlockender Früchte. Also flink gepflückt und schon kann es losgehen. Diese Küchlein sind keine große Back-Kunst, machen aber richtig Lust auf ein Genuss-Erlebnis.

Zutaten für 6 Herzküchlein:
60 g Butter
2 Eier
1 EL Joghurt
1 Prise Salz
1 Vanilleschote
75 g Zucker
1 TL Anis (gemahlen)
90 g Mehl
1/2 TL Backpulver

 

Butter zerlassen und zum Auskühlen zur Seite stellen.
Backofen auf 180° C vorheizen.

Eier, Joghurt, Zucker, das Mark der Vanilleschote, Anis und Salz mit dem Rührbesen in einer Schüssel zu einer cremigen, weißen Masse ca. 5 Minuten aufschlagen. Mehl und Backpulver mischen, in die Schüssel sieben und zügig unterheben. Dabei darauf achten, dass sich alles gut vermischt. Ganz zum Schluss die geschmolzene Butter hinzugeben und wiederum gut mischen. Teig in einen Dressierbeutel geben und die einzelnen Mulden der Herz-Muffinform zu ca. 2/3 direkt befüllen.

In den Backofen für 20 Minuten geben und sanft goldbraun abbacken. 5 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen, danach vorsichtig aus dem Formen drücken.
Vollständig auskühlen lassen.


Zutaten für die Füllung:
125 g Mascarpone
1 EL Joghurt
50 g Zucker
1 EL Blaubeerlikör,
- bitte nicht verwenden, wenn Kinder die Küchlein essen sollen. 
alternativ:   1 EL Blaubeersirup

In einem Schüsselchen die Zutaten vermischen und kalt stellen.

150 g Blaubeeren verlesen und sanft abbrausen.

 

Mascarpone-Creme in einen Dressierbeutel füllen und in die Aussparungen der Herz-Muffins spritzen. Restliche Creme in kleine Schälchen füllen.
Küchlein mit Blaubeeren belegen. Auch hier die restlichen Blaubeeren in Schälchen füllen.


 

Ich weiß nicht wie es Euch geht....

 

... aber sieht das nicht richtig verlockend aus?
Irgendwo muss ich noch einen schönen Teller haben ...


... ja, so sieht es wirklich wunderschön und zum Anbeißen aus.


... OK, das Erste ist für mich.
Nicht so schauen, man muss doch kosten, womit meine seine Lieben verzaubern will.

Ach ja - ich bin wieder zurück.

Samstag, 17. Juni 2017

Fast geschafft


In den letzten Wochen habe ich so viel geruht, wie seit Jahren nicht mehr. Scheint aber geholfen zu haben, denn mein Doc ist ganz zufrieden mit mir.


Der riesige Verband ist verschwunden und kleine Mini-Gipse zieren nur noch wenige Tage meine Füße.
Die Küche ist wieder interessantes Terrain.

Mit liebevoller Unterstützung meiner hilfsbereiten Mitbewohner entstehen einfache, aber leckere Gerichte.
Während ich den frischen Spargel im Sitzen schäle, heben ihn meine Küchengeister in den Kochtopf ...


... um danach, unter meinem wachsamen Auge, in einem wundervollen Omelette eingewickelt zu werden.


Also, mir geht es wirklich wieder besser und ich brenne darauf, in dieser Woche mein Atelier und meine Küche endlich wieder zu betreten.

Danke Euch Allen für die wundervollen Grüße und zahlreichen Genesungswünsche.